Liebe Forumsnutzer,

zunächst möchte ich mich bei allen Helferinnen und Helfern sehr herzlich bedanken, die meine Idee „Onlineplattform für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer“ unterstützt und ins Leben gerufen haben. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 sind zahlreiche Initiativen und Projekte für Flüchtlinge gestartet worden. Mehr als anderthalb Jahre dient das „fluechtlingshelfer.net“ dem Gedanken- und Informationsaustausch zwischen all denjenigen, die sich für Geflüchtete engagieren und deren Integration erleichtern möchten. Ich bin der festen Meinung, dass diese Plattform auch ein Stück dazu beitragen konnte, ehrenamtliche Unterstützer zusammenzubringen und mit wichtigen und hilfreichen Informationen zu versorgen, die sie in ihrem alltäglichen Engagement für Flüchtlinge weiterverwenden und verbreiten können.

Ich freue mich sehr, dass das ehrenamtliche Engagement für Geflüchtete in Deutschland einen großen Zuspruch in der Gesellschaft gefunden hat. Auch im Internet entstanden viele neue Flüchtlingsforen.

Aufgrund dessen sind wir nach langen Überlegungen zum Schluss gekommen, die fluechtlingshelfer.net-Plattform einzustellen bzw. überzuleiten in eine andere Plattform. Natürlich gehen die ganzen Informationen, die wir zusammen mit allen Forumsnutzern gesammelt haben, nicht verloren. Sie werden auf http://www.asyl-forum.de übernommen. Dort können sie weiterhin mit anderen Helfern/Helferinnen austauschen, Fragen stellen und Antworten geben.

Ich wünsche allen Helferinnen und Helfern viel Kraft und Energie für ihr weiteres Engagement.

Herzliche Grüße
Martin Patzelt​

Was kann man tun ? Gegen-Dublinabschiebung

Beispiele für Flüchtlingshilfe; Erfahrungsberichte, Themen über Projekt und Initiativen
MCC-Chemnitz
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Was kann man tun ? Gegen-Dublinabschiebung

Beitragvon MCC-Chemnitz » 9. Apr 2016, 21:37

Hallo
welche Möglichkeiten gibt es gegen eine Dublin-Abschiebung vorzugehen, ausser die Klage ? Wir haben in einem Fall jetzt Klage eingereicht, einstweiligen Rechtsschutz erhalten aber keine Prozesskostenhilfe. Ein Anwalt kann sich der Flüchtling nicht Leisten, auch seine gesamte Familie die schon lange hier in Deutschland lebt hat dafür kein Geld, ich bekomme es auch nicht über meine Gemeinde in der ich ehrenamtlich bin. Oder gibt es irgendwo Spendentöpfe für Rechtsanwaltskosten ???
Shekeb ist bei der flucht von der Familie getrennt worden, und später dann in Bulgarien registriert worden, wo er jedoch Misshandelt und Re-Traumatisiert wurde. Als er erfahren hat das seine Familie in der BRD ist, ist er hergekommen.
In Bulgarien wurde sein Antrag zwischenzeitlich Abgelehnt, was bedeutet das er bei einer Dublin-Rückführung inhaftiert und nach Afghanistan zurück geschoben wird.

Bisher habe ich eine Petition gestartet....., aber was gibt es noch für Möglichkeiten und wie könnte man einen Rechtsanwalt finanziert bekommen ?
Hilfe vor Abschiebung

Bitte Unterstützt unsere Petition gegen die Abschiebung von Shekeb. Dieser Link kann gerne weiter gegeben werden. Danke ! Anklicken oder in den Browser kopieren.
Mit diesem Link können Sie Ihre Petition ansehen, unterzeichnen und weiterleiten:

Du bist gefragt – deine Hilfe: keine Abschiebung für Shekeb: Petition
Du bist gefragt – deine Hilfe: keine Abschiebung für Shekeb: Petition

https://www.openpetition.de/petition/on ... keb-ahmadi

https://www.openpetition.de/petition...-shekeb-ahmadi

Keine Dublin Abschiebung für Shekeb Ahmadi
Wir fordern ein Bleiberecht für Shekeb Ahmadi (geb. in Kabul/Afghanistan).Shekeb ist über Bulgarien nach Deutschland eingereist. Gem. Dublin III VO ist wegen seiner Registrierung in Bulgarien damit Bulgarien zuständig da es das erste EU-Land war. Shekeb A. hat seine ganze Familie in Deutschland, seine Eltern und seine 3 Geschwister leben seit 6 Jahren als Flüchtlinge hier, die Brüder gehen einer Arbeit nach.
Weitere Verwandte Onkel und Tanten leben schon zwischen 16 - 25 Jahren in Deutschland und deren Kinder sind hier geboren. Alle sind gut integriert. Shekeb ist Christ und Homosexuell und aktiv in der Gemeinde. In Bulgarien wurde er zuerst Inhaftiert, nach einer Zeit im Lager wo er von anderen Flüchtlingen wegen seines Christ seins und seiner Homosexualität, misshandelt wurde u.a. Messerstich im Oberkörper, Verletzungen am Arm war er Obdachlos in Bulgarien. Bulgarien ist nachweislich der ärmste EU-Staat und mit Flüchtlingen überfordert. Menschenrechtsverletzungen und massive Mängel im Asylsystem sind nachweislich an der Tagesordnung.

Wir fordern das Hr. Shekeb Ahmadi in Deutschland bleiben kann und das BAMF von seinem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 der Dublin III VO gebrauch macht.
Wir fordern das BAMF "Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge" auf, bei Dublin III Verfahren von Abschiebungen nach Bulgarien abzusehen und vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Dublin III VO gebrauch zu machen. Wir fordern die Bundesregierung und das BAMF auf, keine Abschiebungen von Flüchtlingen nach Bulgarien durchzuführen. Wie durch mehrere NGO's bestätigt u.a. ProAsyl, Amnesty International, Oxfam, borderline-europe..., finden in Bulgarien nicht nur Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge statt sondern das Asylsystem weist erhebliche Systemmängel auf. Vgl. auch Stellungnahme des Auswärtigen Amt vom 23.07.2015 an das VG Stuttgart. Dieses wurde auch durch mehrere gerichtliche Entscheidungen die eine Abschiebung verhinderten bestätigt. (vgl. VG Saarland v. 04.01.2016 - 3 K 86/15; VG Hamburg - 03.12.2015 - 16 AE 5601/14; VG Oldenburg v. 04.11.2015 - 12 A 498/15; VG Meiningen v. 22.10.2015 - 5 K 20071/15Me; VG Oldenburg v. 20.10.2015 - 12 A 181/15; VG Köln v. 17.09.2015 - 19 K 517/14.A; VG Oldenburg v. 24.06.2015 - 12 B 2278/15; VG Meiningen v. 05.01.2015 - 1 E 20353/14Me; VG Köln v. 12.12.2014 - 16 L 2408/14.A; VG Potsdam v. 28.10.2014 - VG 4 L 955/14 A; VG Kassel v. 08.09.2014 - 5 L 1415/.KS.A; VG Stuttgart v. 24.06.2014 - A 11 K 741/14; VG Wiesbaden v. 16.05.2014 - 7 L 458/14.WI.A; LG Dresden v. 12.05.2014 - 2 T 153/14; VG Schwerin v. 13.03.2014 - 3 B 230/14 As; VG Stuttgart v. 12.03.2014 - A 7 K 773/14; VG Bremen v. 11.03.2014 - 1 V 153/14; VG München v. 23.10.2013 - M 21 S 13.31041; VG Frankfurt(Oder) v. 07.05.2010 - VG 4 L 123/10.A;...u.a.

horst.baumgarten
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Re: Was kann man tun ? Gegen-Dublinabschiebung

Beitragvon horst.baumgarten » 10. Apr 2016, 20:17

Wer immer "MCC-Chemnitz" sein mag...

Helfer - und ich gehöre dazu - bekommen massiv Aufforderungen, Petitionen zu unterschreiben für Asylsuchende. Was aber nichts ändert an der Rechtslage und die haben wir in Deutschland zu respektieren. Da sind Einzelfälle durchaus traurig, aber nicht wirklich zu verändern. Und der Hinweis auf bereits in Deutschland lebende Verwandte ist auch nicht hilfreich.

Bitte akzepieren Sie einfach, dass unser Land viele Asylsuchende aufgenommen hat und das auch in Zukunft tun wird. Aber es kann nicht "jeder" aufgenommen werden.

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Bernhard
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Re: Was kann man tun ? Gegen-Dublinabschiebung

Beitragvon Bernhard » 10. Apr 2016, 21:04

Hallo zusammen,

ich sehe das etwas anderes, man muss schon auch hier den Einzelfall prüfen. Und - wenn das alles stimmt was geschildert wird - also viele von der Familie seit Jahren hier u.s.w. dann finde ich persönlich, dass es unsere moralische Pflicht ist, dass er hier bleiben kann.

Im Moment habe ich eh ein sehr ungutes Gefühl ... hier jubeln viele, dass weniger Flüchtlinge kommen .. die hängen alle an der Grenze zu Mazedonien fest, müssen Tränengas und anderes ertragen ... müssen damit rechnen, wieder in die Türkei zurück zu müssen ..
Den Menschen geht es keinen Deut besser ... die Zustände in den Herkunftsländern ändern sich nicht ... die Fluchtursachen bleiben ...
Aber Hauptsache WIR haben weniger ...

ich finde: es wäre an der Zeit und unsere moralische Pflicht alle die an der Grenze zu Mazedonien hängen mit dem Flieger nach Deutschland zu holen.

Gruß
Bernhard

Micha
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Re: Was kann man tun ? Gegen-Dublinabschiebung

Beitragvon Micha » 14. Mai 2016, 15:10

Liebe/r MCC-Chemnitz

auch ich teile Horsts Meinung nicht. Gerade in Fällen von Dublin-Abschiebungen nach Bulgarien (und auch andere Länder) drohen Betroffenen schwere Menschenrechtsverletzungen und viele Nichtregierungsorganisationen und immer mehr Gerichte sprechen sich gegen die Abschiebung in bestimmte Länder aus. Die Gerichtsentscheidungen habt ihr ja schon gefunden.
Ich mache seit einigen Jahren ehrenamtlich Rechtsberatung für Amnesty International und wir können in bestimmten Fällen finanziell helfen. Seid ihr schon mit Amnesty in eurer Region in Kontakt getreten? Ich glaube, auch ProAsyl kann in bestimmten Fällen finanziell unterstützen.
Hier in Berlin haben viele Anwälte Angebote, die sich auch Geflüchtete leisten können. Oft kostet die Erstberatung zwischen 100 und 150 Euro, danach kostet jeder Monat 50 Euro. Das lässt sich auch vom Taschengeld zahlen und ist auf jeden Fall den Preis wert.

Ich bin auf deinen Beitrag gestoßen, weil ich die Stellungnahme des Auswärtigen Amtes an das VG Stuttgart suche. Hast du die zufällig oder weißt du, wo ich die finden kann?

Dankeschön und liebe Grüße! :)


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